Gemeinwohlbericht

Gemeinwohlökonomie

 

A1 Ethisches Beschaffungswesen

Als Ein-Mann-Dienstleistungsunternehmen beschränkt sich bei mir das Beschaffungswesen auf die Anschaffung und Nutzung eines PKW´s, den Bezug von Verbrauchsmaterial, sowie die Anmietung und Erhaltung der betrieblichen Räume. Eine durchgängige Bewertung der Lieferanten wurde bisher nicht vorgenommen. In einigen Bereichen wurden jedoch ökologische und regionale Gesichtspunkte beachtet. So erfolgt der Bezug von Strom von den Elektrizitätswerken Schönau, Verpflegung (Kaffee, Tee, Milch, Gebäck) stammen entweder aus biologischem Anbau oder werden fair gehandelt. Soweit irgend möglich wird der Nutzung öffentlicher Verkehrsmitteln der Vorzug gegeben. Bücher beziehe ich nahezu ausschließlich in der örtlichen Buchhandlung, so wie ich generell versuche das Angebot des örtlichen Einzelhandels soweit als möglich zu nutzen.
Besonders wichtig ist es für mich, mit den beteiligten Firmen eine persönliche vertrauensvolle Beziehung in einer möglichst langfristigen Kooperation zu entwickeln und dafür auf rein preisbezogene Angebote zu verzichten.

Entwicklungspotential sehe ich in dem Austausch der derzeitig genutzten Ölheizung, dem Bezug von umweltfreundlichen Materialien im Bürobereich sowie der Nutzung von PCs und elektronischen Kommunikationshilfen mit hohem Umweltstandard.

 

B1 Ethisches Finanzmanagement

Meine Bankverbindung ist seit über 30 Jahren bei der BW-Bank. Daneben besteht eine Lebensversicherung als private Altersvorsorge. Für meine Tätigkeit ist nur ein geringes Betriebskapital erforderlich, das vollständig aus Eigenmitteln gedeckt ist. Zeitweise wird bei der BW-Bank ein Kontokorrent-Kredit in Anspruch genommen. Außenstände bei Klienten werden nicht verzinst.

Als Potenzial sehe ich hier den Wechsel zu einer gemeinwohlorientierten Bank und eine stärkere Betonung des Finanzierungsverhaltens im Unternehmensleitbild.

 

C1 Arbeitsplatzqualität und Gleichstellung

Nach den vielen Jahren die ich als Steuerberater tätig war habe ich in meiner Coaching-Praxis eine neue Berufung gefunden. Als freier Berater kann ich über meine Zeit weitgehend frei verfügen und achte darauf, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeits- und Entspannungszeiten besteht. Da meine wesentliche Aufgabe darin besteht, zum Spiegel der Klienten zu werden, erfordert die Berufsausübung eine möglichst stressarme Gesamtlebenssituation. Ausgleich finde ich im Sport, in einer speziellen Dialoggruppe nach David Bohm (Quantenphysiker) und in der Zeit für meinen eigenen Veränderungs-prozess.

Meine Arbeitszeit ist auf das notwendige Einkommen reduziert und beinhaltet immer wieder terminfreie Tage und Wochen für Regeneration und Umlernprozesse.

 

C2 Gerechte Verteilung der Erwerbsarbeit

Meine Wochenarbeitszeit ist schwankend, abhängig von der aktuellen Auftragslage. Ich versuche jedoch generell eine Grenze von 30 Stunden/wöchentlich einzuhalten, was mir meistens auch gelingt. Gesundheitlich sorge ich in der Weise für mich dadurch, dass ich neben meiner sportlichen Betätigung in Form von Tennis und Radfahren täglich eine “Auszeit” von ein bis zwei Stunden nehme, in der ich mich vollständig abgeschottet auf mich zurückziehe und eine bestimmte Form der Achtsamkeitsmeditation praktiziere.

 

C3 Förderung ökologischen Verhaltens der MitarbeiterInnen

Seit einigen Jahren ernähre ich mich nahezu vollständig vegetarisch und bevorzuge bei meinem Einkauf soweit möglich regionale Produkte. Ich habe auf einen repräsentativen Dienstwagen verzichtet und nutze weit überwiegend öffentliche Verkehrsmittel um meine Klienten zu erreichen.

Verbesserungspotential sehe ich vor allem in der nachhaltigen Umstellung auf ökologische Bekleidung.

 

D1 Ethische Kundenbeziehung

Klienten kommen zu mir ausschließlich aufgrund von persönlicher Weiterempfehlung. Verkaufs- oder Akquisemaßnahmen werden von mir nicht durchgeführt. Mein Honorar richtet sich in einem bestimmten Umfang nach dem Einkommen der Klienten. In Ausnahmefällen werde ich auch unentgeltlich tätig.

Verbesserungspotenzial liegt in der externen Kundenbefragung und in der Konzeption einer nachvollziehbaren Honorargestaltung.

 

D2 Solidarität mit Mitunternehmen

Eine Weitergabe und Offenlegung der Informationen, die meiner Beratung zugrunde liegen ist geplant, wird aber derzeit noch nicht oder nur auf persönlicher Basis durchgeführt.

Zu einer kooperativen Zusammenarbeit bin ich jederzeit bereit. Allerdings sind mir in Deutschland keine Berater bekannt, die in ein gleiches oder ähnliches Arbeitskonzept anwenden.

Aggressive Werbung ist bei mir nicht möglich, weil ich auf “Mund zu Mund Propaganda” angewiesen bin.

 

D3 Ökologische Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen

Die von mir angebotene Begleitung von persönlichen Veränderungsprozessen besteht in ihrem Kern in einem innovativen Konzept, das zur Änderung der eigenen Sichtweise des Klienten führt. Geändert wird nicht die äußere Struktur, sondern die innere Haltung. Wesentlich ist dabei die von Albert Einstein und der ersten Generation von Quantenphysikern vertretene Sichtweise, nach der ein “vom Ganzen getrenntes Ich” nicht existiert. Die Übernahme dieses Paradigmas führt “automatisch” dazu, dass das veränderte Bewusstsein nicht nur die eigene Person betrifft, sondern die Gesamtheit allen Lebens und damit auch die Ökologie in ihrem Gesamtzusammenhang.

 

D4 Soziale Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen

Ziel meiner Beratung ist es gerade nicht, damit ein möglichst hohes Einkommen zu erzielen, sondern ein verändertes Bewusstsein zu schaffen. Daher ist es für mich selbstverständlich für einkommensschwächere Klienten niedrigere Honorare zu verlangen und in Einzelfällen auch unentgeltlich tätig zu werden.

Außerhalb meiner Tätigkeit für GWÖ bin ich unentgeltlich tätig im Rahmen der Begleitung einer Dialog Gruppe (nach David Bohm) und für den “Arbeitskreis für freie Erziehung”.

 

D5 Erhöhung des sozialen und ökologischen Branchenstandards

Derzeit spielt die Kooperation mit anderen Unternehmen keine Rolle, weil kein Standard existiert der weitergegeben werden könnte. Ziel ist es aber die dafür notwendigen Prozesse zu dokumentieren und zu kommunizieren.

 

E1 Sinn und gesellschaftliche Wirkungen der Produkte Dienstleistungen

Ziel meiner Begleitung ist es einen Bewusstseinsveränderungsprozess entstehen zu lassen, an dessen Ende ein Handeln innerhalb des Gesamtkontexts allen Lebens erfolgt. Wenn ein “getrenntes Ich” nicht existiert, macht eine Handlung nur Sinn, wenn sie nicht gegen das Wohl aller Lebewesen auf dieser Erde und auch nicht gegen das Wohl der Erde als Planet in einem unendlichen Kosmos verstößt. Denn letztlich existiert bei dieser Betrachtung die Gesamtheit des Universums nur in untrennbarer Einheit. Die Trennung ist als menschliche Hilfskonstruktion nur erforderlich, um effizienter mit den praktischen Alltagsanforderungen umgehen zu können.

 

E2 Beitrag zum Gemeinwesen

Sowohl meine entgeltliche als auch meine unentgeltliche Tätigkeit ist darauf gerichtet einen Beitrag zum Gemeinwesen zu leisten. Bezogen auf meine Gesamttätigkeit nimmt der unentgeltliche Teil mindestens 1/3 ein. Über die bereits geschilderten Aktivitäten hinaus, sehe ich in der unentgeltlichen “Unterstützung der Selbstheilungskräfte” von Menschen, die sich in schwieriger Lage befinden, einen weiterer Beitrag zur Verbesserung individueller Lebensbedingungen.

 

E3 Reduktion ökologischer Auswirkungen

Hier besteht ein ganz erhebliches Verbesserungspotenzial. Erste Schritte sind im Bereich der Reduzierung der KFZ-Kosten durch Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, durch Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter und durch konsequente Abfallreduzierung gemacht.

 

E5 Gesellschaftliche Transparenz und Mitbestimmung

Information und Öffentlichkeitsarbeit befindet sich derzeit erst im Aufbau. Ziel ist es ein hohes Maß an Transparenz zu erreichen, was bei dem zu vermittelnden Thema eher schwierig ist und einen hohen Zeitaufwand erfordern wird.